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MUTPROBE MIT STIFT UND PAPIER

Eine Schreibwerkstatt mit der Autorin Christina Bacher

für Jugendliche und junge Erwachsene von 14 bis 21 Jahren

Vom 29. Juni bis 2. Juli fand in den Räumen der Volkhochschule Kaiserslautern etwas ganz Besonderes statt: Junge Menschen konnten unter Anleitung der Autorin Christina Bacher ihrer literarischen Kreativität freien Lauf lassen. Mit dabei waren Lena, Jamie, Neo, Atena, Viktoria und Artian. Die Schreibwerkstatt war eine Förderung des Ministeriums des Innern und für Sport. Organisiert wurde das Projekt von der Volkshochschule Kaiserslautern und dem Bildungsbüro der Stadt.

Das Thema war: "Mut!" 

 

MEIN MUT

Schwächen zugeben bedeutet Mut.

Ängste zu überwinden bedeutet Mut.

Für seine Schwächen und Fehler einzustehen ist mutig.

Ich denke oft, dass ich nicht mutig genug bin. Manchmal aber passiert es dann, dass ich meinen Mund aufmache und meinen Namen ganz laut in die Welt hinaus rufe:

Ich weiß nicht, woher ich in diesen Momenten meinen Mut nehme er kommt einfach.

Nur bei meinem persönlichen Endgegner Maxim, da rufe ich meinen Namen nicht so laut. Ich muss mich mehr trauen, wenn er mich das nächste Mal wieder in der Schule haut. Maxim und ich waren mal beste Freunde. Wir sind miteinander aufgewachsen, Haus an Haus.

 

MUT ZUM ZWIEGESPRÄCH

Gestern hatte ich alle Mühe, pünktlich aus dem Bett zu kommen. Eine kalte Dusche hat mir dann echt geholfen. Bis ich diese Stimme aus der Küche hörte, ging es mir eigentlich gut. „Hallo?! Ist da wer?“ Diese Stimme hörte sich nicht an, wie die von meinen Eltern, eher fremd. Vielleicht sollte ich mir den Mut nehmen, meine Eltern zu fragen, ob Schizophrenie in der Familie liegt. Ich musste über mich selbst schmunzeln. Die Stimme im Kopf hatte ich schon oft gehört, die aus der Küche kam mir nicht bekannt vor. Ich nahm all meinen Mut zusammen, schnappte mir zur Sicherheit die alte Vase aus dem Flur und schlich in Richtung Küche. Und da sah ich eine ältere Dame, die unsere Katze auf dem Arm hatte. Sie war uns entlaufen und die Frau wollte das Tier nur zurückbringen. Möglichst unauffällig stellte ich die Vase auf den Tisch, lächelte und lud die Frau zum Tee ein. „Gut gemacht“, sagte meine vertraute Stimme im Kopf.

 

KRÖTEN-MUT

Kröte ist 17 Jahre alt und lebt auf der Straße. Noch nie hat sie sich getraut, die Straße zu überqueren. Das Wohlergehen eines Lebewesens über seinen Genuss und Komfort zu stellen, ist sehr mutig. So fasste sie einen Entschluss: Kröte hat ihre Grenzen akzeptiert und dadurch Mut bewiesen. Statt über die Straße zu gehen, übt sie klettern. Und eines Tages, der Tag ihres 18. Geburtstag, klettert sie am Haus hoch, vor dem sie seit 17 Jahren sitzt. Dabei wächst Kröte über sich hinaus. Jetzt kann sie von oben über die Stadt schauen. Was für ein Gefühl!

 

MUT

Eigentlich wollte ich gar nicht alleine losfahren.

Aber ich habe es trotzdem gemacht – zuerst ist nichts passiert.

Doch dann ….

Vor allem hätte ich nicht gedacht, dass ich so viele Menschen auf einmal retten kann.

Und ich hab mir den Mut genommen, und es gemacht.

Sich z.B. für den Veganismus einzusetzen, ist sehr mutig aufgrund der Missverständnisse und Anschuldigungen der Mehrheit.

Wenn man sich bei einer psychischen Erkrankung therapeutische Hilfe sucht, ist man mutiger, als wenn man es nicht tut.

 

 

 

 

 

„Hänsel und Gretel vor Gericht“ -  wenn Märchen auf Strafrecht trifft

Verhandlung des Märchens am Montag, 02. November 2026, 17.00 Uhr in der Scheune des Stadtmuseums

Was wäre, wenn Hänsel und Gretel nicht einfach davonkämen? Wenn sich das, was im Märchen nach Heldentat klingt, plötzlich im Lichte unseres Strafrechts völlig anders darstellt? - In unserem Theaterstück landen die berühmtesten Geschwister der Grimm’schen Welt auf der Anklagebank - und das Publikum erlebt live, wie ein Strafprozess wirklich abläuft. Natürlich mit einem Augenzwinkern, aber juristisch fundiert: Die Rollen auf der Bühne übernehmen keine Schauspieler, sondern echte Juristinnen und Juristen - Richter, Anwälte, Staatsanwältinnen, - die sich für eine Stunde in die Welt der Justizsatire begeben.

Der Gerichtssaal ersetzt den Märchenwald. Paragraphen treten an die Stelle von Brotkrumen. Statt Hexerei gibt es Strafzumessung. Das Publikum wird zum Schöffengericht, wenn die Frage verhandelt wird, ob das, was wie Notwehr erscheint, in Wahrheit Totschlag war? Oder war alles ganz anders? War die Hexe Opfer, Täterin oder einfach nur eine alte, alleinstehende Frau mit einem Hang zu Backwaren? Die Veranstaltung spielt mit unseren Erwartungen, entlarvt die schlichte Logik der Märchen und zeigt, wie kompliziert - aber auch wie menschlich Justiz sein kann.

Die Rolle des Richters wird Alexander Schwarz übernehmen, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht in Zweibrücken, Rechtsanwältin Inga Neumüller wird als Staatsanwältin auftreten und Professor Dr. Thomas Söbbing als Anwalt von Hänsel und Gretel.

„Hänsel und Gretel vor Gericht“ findet statt am Montag, 2. November um 17.00 Uhr in der Scheune des Stadtmuseums, Steinstraße 48. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung (Name und Anzahl der Personen) wird gebeten unter der Email: bildungsbuero@kaiserslautern.de.

 

 

Eine Reise durch die Wörterwelten - oder welchen Wert hat kulturelle Bildung?

Eine Broschüre des Bundesverbands der Friedrich-Bödecker-Kreise e.V.

Kinder, die voller Hingabe an ihrem Text basteln, und darüber sogar die Pause verschmähen? Schülerinnen und Schüler, die Krimi-Gedichte verfassen und sie dann noch phantasievoll gestalten? - Das alles wird in Kaiserslautern regelmäßig möglich bei den Schreibwerkstätten der "Wörterwelten", ein Format der Friedrich-Boedecker-Kreise e.V., unter dem Dach des Bundesprogramms "Kultur macht stark". Ob Krimi-Genre, Bildung für Nachhaltige Entwicklung oder Geschichten zu Reichtum und Armut - schon viele Themen wurden an Kaiserslauterer Grundschulen in den Schreibwerkstätten der Wörterwelten behandelt. Im Vordergrund steht dabei stets das Heranführen der Kinder an Texte: Einmal in Form einer Lesung, um die Erfahrung zu vermitteln, wie spannend Bücher sein können. Und dann wird in den Schreibwerkstätten die Lust am eigenen Fabulieren geweckt und die Kinder werden selbst zu angehenden Autorinnen und Autoren.

Hier geht´s zur Broschüre der Friedrich-Boedecker-Kreise:

 

Und hier die Pressemitteilung der Schreibwerkstatt "Von Armut und Reichtum" mit der Kinderbuchautorin Christina Bacher.

https://www.kaiserslautern.de/buerger_rathaus_politik/medienportal/pressemitteilungen/079325/index.html.de